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... auf Samtpfoten unterwegs
Community Team
Registrierungsdatum: 26.06.2002
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Es gibt Neuigkeiten...
Dieter Ertle schrieb mir gerade eine eMail mit folgendem Inhalt. Ich finde den Bericht sehr interessant...
"Der Weihnachtsbesuch ist aus dem Haus, die Feiertage heil überstanden, jetzt habe ich Zeit für einen kurzen Bericht bzw Kommentar zum holländischen Flachenpostfund:
Nach dem frühen Tod meiner Mutter hat mich mein Vater 1963 in Kapstadt ( Südafrika ) besucht, wo ich gerade als Austauschstudent lebte. Dies war seine erste Seereise, mit einem deutschen Frachter, der sich bis 1983 noch 21 weitere angeschlossen haben. Auf allen diesen Reisen hat er Flaschenposten über Bord geworfen, insgesamt etwa 600, auf die er rund 100 Antworten erhielt. Die meisten Flaschenposten waren nicht länger als ein Jahr unterwegs, fünf allerdings deutlich länger, bis zu sechs Jahren. Der jetzige Fund stellt allerdings mit nahezu 35 Jahren "Laufzeit" einen Rekord dar.
Da mein Vater ausschließlich rund um Afrika reiste und immer von oder nach Europa unterwegs war, konzentrieren sich die Funde auf England, Deutschland, Holland und Frankreich, auf Westafrika, Florida, die Karibik und Brasilien, auf das Gebiet um Kapstadt und auf Tanzania. Eine stammt aus Israel. In Frankreich fand ein Schüler die in Silberpapier gehüllte Post ohne Flasche; in Florida alarmierte ein Finder die Polizei, weil er einen Anschlag fürchtete. In einigen Fällen berichtete die Presse über den Fund; einige Flaschenposten landeten in Museen; und manche Besucher dieser Museen, so vor allem des Fischerei-Museums in Hastings ( England ), schickten einen Gruß an meinen Vater.
Die eindrucksvollste Antwort stammt von einem Häftling auf der südafrikanischen Gefängnisinsel Robben Island, auf der auch Nelson Mandela festgehalten wurde. Dieser Häftling saß bereits 10 Jahre ein und hatte noch 4 Jahre Strafzeit vor sich.
Die lustigste Antwort stammt von einer Gruppe junger Brasilianer, ein bißchen ausgeflippt und systemkritisch, die sehr offen ihr Leben und ihre Meinung zu politischen Fragen schilderten und diesem merkwürdigen Absender der Flaschenpost ihrerseits Fragen stellten. Berührend der Briefwechsel einer geborenen Österreicherin mit meinem Vater über ihre ähnlichen Schicksale; in ihrem bewegten Leben hatte es diese Frau, Fini Siggins, auf die Bermudas verschlagen, wo sie eine Familie gründete. Sie hatte in der Zeitung von der Flaschenpost gelesen und meinem Vater daraufhin den Ausschnitt geschickt, weil sie bis etwa 1956 in Hilden in der Walder Strasse gelebt hat...
Und dann noch der Hinweis, daß das Solinger Tageblatt schon mal einen Bericht über meinen Vater und seine Flaschenposten gebracht hat, in der Ausgabe vom 23. Januar 1982, vor 25 Jahren also. 1990 ist mein Vater gestorben, Jahrgang 1895, im Alter von 95 also, nachdem er seinen Geburtstag noch einmal ausgiebig gefeiert hatte.
Herzlichen Gruß
Dieter "
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MissMarple
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"Das Licht am Ende des Tunnels ist nicht das Ende des Tunnels, sondern der entgegenkommende Zug." (Wilfried Schmickler)
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