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Alt 01.01.07, 15:07   #81
n-ertel
Frischling

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Zitat von terrypratchett
Zitat:
Zitat von n-ertel

I live in the middle of the USA, in Kansas.

Nancy


Ah - Kansas.... you know Dorothy Gail? [ bad joke.....]


Ya, and Toto her dog.

Nancy
http://www.kansasheritage.org/kssights/
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Alt 03.01.07, 22:46   #82
MissMarple
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Daumen hoch Es gibt Neuigkeiten...

Dieter Ertle schrieb mir gerade eine eMail mit folgendem Inhalt. Ich finde den Bericht sehr interessant...

"Der Weihnachtsbesuch ist aus dem Haus, die Feiertage heil überstanden, jetzt habe ich Zeit für einen kurzen Bericht bzw Kommentar zum holländischen Flachenpostfund:

Nach dem frühen Tod meiner Mutter hat mich mein Vater 1963 in Kapstadt ( Südafrika ) besucht, wo ich gerade als Austauschstudent lebte. Dies war seine erste Seereise, mit einem deutschen Frachter, der sich bis 1983 noch 21 weitere angeschlossen haben. Auf allen diesen Reisen hat er Flaschenposten über Bord geworfen, insgesamt etwa 600, auf die er rund 100 Antworten erhielt. Die meisten Flaschenposten waren nicht länger als ein Jahr unterwegs, fünf allerdings deutlich länger, bis zu sechs Jahren. Der jetzige Fund stellt allerdings mit nahezu 35 Jahren "Laufzeit" einen Rekord dar.

Da mein Vater ausschließlich rund um Afrika reiste und immer von oder nach Europa unterwegs war, konzentrieren sich die Funde auf England, Deutschland, Holland und Frankreich, auf Westafrika, Florida, die Karibik und Brasilien, auf das Gebiet um Kapstadt und auf Tanzania. Eine stammt aus Israel. In Frankreich fand ein Schüler die in Silberpapier gehüllte Post ohne Flasche; in Florida alarmierte ein Finder die Polizei, weil er einen Anschlag fürchtete. In einigen Fällen berichtete die Presse über den Fund; einige Flaschenposten landeten in Museen; und manche Besucher dieser Museen, so vor allem des Fischerei-Museums in Hastings ( England ), schickten einen Gruß an meinen Vater.

Die eindrucksvollste Antwort stammt von einem Häftling auf der südafrikanischen Gefängnisinsel Robben Island, auf der auch Nelson Mandela festgehalten wurde. Dieser Häftling saß bereits 10 Jahre ein und hatte noch 4 Jahre Strafzeit vor sich.

Die lustigste Antwort stammt von einer Gruppe junger Brasilianer, ein bißchen ausgeflippt und systemkritisch, die sehr offen ihr Leben und ihre Meinung zu politischen Fragen schilderten und diesem merkwürdigen Absender der Flaschenpost ihrerseits Fragen stellten. Berührend der Briefwechsel einer geborenen Österreicherin mit meinem Vater über ihre ähnlichen Schicksale; in ihrem bewegten Leben hatte es diese Frau, Fini Siggins, auf die Bermudas verschlagen, wo sie eine Familie gründete. Sie hatte in der Zeitung von der Flaschenpost gelesen und meinem Vater daraufhin den Ausschnitt geschickt, weil sie bis etwa 1956 in Hilden in der Walder Strasse gelebt hat...

Und dann noch der Hinweis, daß das Solinger Tageblatt schon mal einen Bericht über meinen Vater und seine Flaschenposten gebracht hat, in der Ausgabe vom 23. Januar 1982, vor 25 Jahren also. 1990 ist mein Vater gestorben, Jahrgang 1895, im Alter von 95 also, nachdem er seinen Geburtstag noch einmal ausgiebig gefeiert hatte.

Herzlichen Gruß
Dieter "
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"Das Licht am Ende des Tunnels ist nicht das Ende des Tunnels, sondern der entgegenkommende Zug." (Wilfried Schmickler)
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Alt 04.01.07, 13:19   #83
Glücksklee
Quasselstrippe

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Was für ein beeindruckendes Leben!!
__________________

Meine Frau hat mir die Hörner aufgesetzt!

Stimmt ja garnicht, das ist beginnender Rinderwahnsinn!
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Alt 04.01.07, 16:21   #84
MissMarple
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Standard Ergänzungen und auch Richtigstellungen

Dieter Ertle schrieb:

"An der Echtheit der Flaschenpost gibt es aus meiner Sicht nicht den geringsten Zweifel. Der abgebildete Brief entspricht exakt dem Formular, das mein Vater entwickelt hatte, um nur noch die veränderlichen Daten zu ergänzen. Seine Unterschrift ist korrekt. Und zur Haltbarkeit und dem Alter der Flaschenposten ist zu sagen, daß mein Vater aufgrund seiner Erfahrungen eine sehr erfolgreiche Methode entwickelte, die "Sendungen" haltbar zu machen: zum Schutz vor Sonne Verwendung dunkler Flaschen und Silberpapier ( er aß sehr gern Schockolade ) als Briefhülle; Verwendung einer guten Kork-Qualität, möglichst lang, wie auch heute noch bei guten Rotweinen üblich; und schließlich luftdichter Siegellackverschluß.

Mein Vater war keineswegs ein reicher Mann, sondern bezog als früherer kaufmännischer Angestellter der Deutschen Solvay Werke eine auskömmliche aber nicht üppige Rente. Eine Seereise von Europa nach Südafrika war auf einem Frachter damals unter 1000 DM zu haben, Tramp-Schiff-Passagen, bei denen Ankunftsdaten offen waren, lagen auch darunter. Selbst das Postschiff der Union Castle Line von Kapstadt nach Southampton nahm Passagiere in der billigsten Klasse für 800 DM mit ( 1968 ). Und auf Komfort oder sogar Luxus legte mein Vater keinen Wert. Die Preise im südlichen Afrika waren damals für einen Europäer eher niedrig und die Gastfreundschaft groß. Und da mein Vater nach dem ersten Weltkrieg Erfahrungen als Rentmeister auf einem Gut auf der Insel Rügen gesammelt hatte, wurde er von deutschstämmigen Farmern auch gern mit dem Hüten ihres Hauses oder ihrer Farm betraut, wenn sie einen längeren Urlaub in Europa machen oder sich einer medizinischen Behandlung unterziehen wollten.

Und zum Namen ERTLE oder ERTEL. Das erste ist die schwäbische, das zweite die bayrische Variante eines in Süddeutschland und im Elsaß häufig vorkommenden Namens, der einen Kleinbauern beschrieb. Der 30-jährige Krieg vertrieb sie aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet am Bodensee u.a. auch ins Elsaß.

Von den drei Söhnen unserer Eltern bin ich der letzte Lebende, Jahrgang 1937: aber es gibt sieben Enkel und jede Menge Urenkel."
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Alt 04.01.07, 22:33   #85
n-ertel
Frischling

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Zitat:
Zitat von MissMarple
Dieter Ertle schrieb:

== snip ==
Und zum Namen ERTLE oder ERTEL. Das erste ist die schwäbische, das zweite die bayrische Variante eines in Süddeutschland und im Elsaß häufig vorkommenden Namens, der einen Kleinbauern beschrieb. Der 30-jährige Krieg vertrieb sie aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet am Bodensee u.a. auch ins Elsaß."[/I]


This looked very interesting, but the translation came through AltaVisa a little wierd in English.

Would someone on the list translate it for me, please? I get that the spelling of ERTLE and ERTEL is different in different parts Germany. (My ERTEL family was from southern German - around Brombach in Lorrach in Baden. But what about the 30 something war?....

Thanks so much.
Nancy
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Alt 05.01.07, 14:49   #86
terrypratchett
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Zitat:
Und zum Namen ERTLE oder ERTEL. Das erste ist die schwäbische, das zweite die bayrische Variante eines in Süddeutschland und im Elsaß häufig vorkommenden Namens, der einen Kleinbauern beschrieb. Der 30-jährige Krieg vertrieb sie aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet am Bodensee u.a. auch ins Elsaß.


Ertle is the swabian variant and Ertel the bavarian variant of a common south-german name, which describes a small-holder. The war named "30-jähriger-Krieg" in the 17th century in Europe expelled them from their original home around the Bodensee (at the german-swiss frontier), partly up to Alsatia (today a part of france)
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Alt 05.01.07, 16:10   #87
Opderhüh
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Zitat:
Zitat von terrypratchett
The war named "30-jähriger-Krieg"

You can literally translate that: Thirty-Years-War.
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Es grüßt, der Oppi.
Lieber voll heimkommen, als leer ausgehen...
www.bsc-aufderhoehe.de
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Alt 05.01.07, 22:03   #88
n-ertel
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Thank you both so much. What an interesting way to learn history.

Nancy
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Alt 06.01.07, 13:56   #89
MissMarple
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Zitat:
Zitat von Dieter Ertle
Und dann noch der Hinweis, daß das Solinger Tageblatt schon mal einen Bericht über meinen Vater und seine Flaschenposten gebracht hat, in der Ausgabe vom 23. Januar 1982, vor 25 Jahren also.


Hab' gestern mal im Archiv gestöbert. Hier ein paar Ausschnitte vom Bericht im ST:





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Alt 06.01.07, 20:43   #90
Sakura
Amateur

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Beiträge: 33
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I have send several mails to Solinger Tagesblat, but didn't get any answer, not even a reply that they recieved my mail.

But thanks for the scans, nice to read them.
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