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Thema: Grundschulanmeldung

  1. #1
    Quasselstrippe Avatar von User 010
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    Standard Grundschulanmeldung

    Das Prozedere ist wirklich unter aller Würde und was wir am Mittwoch erlebt haben, wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht.

    Die Schulblade ist bereits geschlossen, mein Sohn ist ein "spracharmer Deutscher", das weiß man nach 10 Minuten und man will ihn in den "fit für Schule" Kurs "verpflichen" (§ 36 SchulG NRW).
    Der Direktor fragt mich, ob ich wählen war und wenn nicht, wäre das eh mein Problem, er hätte sich an die Gesetze zu halten. In wenn ich wählen gewesen wäre, und ich hätte die gewählt, die vorher dran waren.....nur so einen Dreck den ich nicht beantworten muß...dann muß ich mir was "niederschichtigen Problemen anhören..."

    Die Eltern werden nicht gefragt, man entscheidet das einfach. Was Fachleute vorher gesagt haben, ob das Kind vielleicht noch andere Probleme hat etc. bleibt verborgen, schliesslich wissen Lehrer alles, weil sie ja 2 Staatsexamen haben.
    Fragt sich nur worin...Textiles Gestalten? kath. Religion?

    Ich rege mich höllisch auf, der Direx äussert bei der Erzieherin (die ihn anrief, um Dinge zu klären, über ein Kind, das SIE viel besser kennt! Ausserdem ist SIE Sprachexpertin und hierin 1000 mal kompetenter), das Kind könne ja zur Not 3 Jahre in Klasse 1/2 bleiben nach der neuen Schuleingangsphase...

    Er hat mit dem Kind KEINEN EINZIGEN Satz selber geredet, maßt sich aber nun auch noch an, über seine kognitiven Fähigkeiten zu befinden.

    Kotzt mich das an!

    Das alles ist nur der Kurzabriss eines Termins, von dem mein Sohn jetzt sagt:
    "Ich bin dumm. Der "Mann" (Direktor) hat gesagt, ich kann nicht genug Wörter"

    Ich bin selber allein erziehend und berufstätig. Daher habe ich ein organisatorisches Problem mit der Waldorfschule Gruiten. Ich fürchte mal, jetzt isses auch zu spät.
    Weiß jemand noch eine gute Alternative? Eine Privatschule, die bezahlbar wäre und fahrtechnisch irgendwie erreichbar?

    Ich bin zu fast allem bereit, um mein Sohn vor so viel pädagogischer Inkompetenz zu bewahren!

  2. #2
    Forumsrat Avatar von ginawien
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    Ich kann Dich gut verstehen. Meine Nachbarin hat auch ein Kind, was sie anmelden musste und hat mir Ähnliches erzählt. Bei ihr ist es allerdings gut abgelaufen, weil ihr Sohn schon ziemlich gut drauf ist.
    Bei mir war das ähnlich mit den "angeblichen" Sprachstörungen, die mein Sohn haben sollte.(Ist allerdings schon 8 Jahre her). Wir sind damals zu folgender Adresse gegangen:
    Gesundheitsamt
    Beratungsstelle für Sprach- und Sprechstörungen
    Zweibrücker Str. 7
    42697 Solingen-Ohligs
    Tel. 0212 290 5296/88
    und haben ihn testen lassen. Dort wurde uns bestätigt, dass er für sein Alter völlig normale Sprachkenntnisse hatte und keiner Therapie bedarf und wenn die das nicht wissen, wer dann?
    Würde Dir raten, lass Dich da mal beraten und dann setz´Dich durch, notfalls gib´ihn doch in eine andere Grundschule, wenn das geht.
    Ach, man lernt, wenn man muß; man lernt, wenn man einen Ausweg will; man lernt rücksichtslos.
    (aus: Bericht für eine Akademie v. F.Kafka)

  3. #3
    Quasselstrippe Avatar von User 010
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    Hi Gina,

    danke für die Antwort. Ich habe bereits vom Kinderarzt ebenfalls einen klaren "Ausschluss Sprachentwicklungsstörung" und unser Kindergarten ist auf Sprachförderung spezialisiert. Auch von dort kommt die Rückmeldung, dass derzeit keine Sprachtherapie notwendig ist.
    Ich sehe nicht ein, das Kind wieder irgendwo testen zu lassen, um denen irgendwas zu beweisen. Das ist für ihn ja auch immer wieder eine Belastung.
    Aber ich behalte die Adresse im Hinterkopf!

    Ich denke, es ist auch noch fast ein Jahr Zeit bis zum Schulbeginn. Im Frühjahr unternehme ich nochmal was um zu gucken, wie der Stand ist. Aber jetzt gebe ich meinem Sohn "Zeit zum wachsen".

    Was gäbe ich für eine Alternative in Solingen *seufz*

  4. #4
    hoffnungslose Optimistin Avatar von terrypratchett
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    Zitat Zitat von gipsauge
    Ich denke, es ist auch noch fast ein Jahr Zeit bis zum Schulbeginn. Im Frühjahr unternehme ich nochmal was um zu gucken, wie der Stand ist. Aber jetzt gebe ich meinem Sohn "Zeit zum wachsen".
    Hallo
    Meine Tochter hatte als Kleinkind, und auch noch während des Schuleignungstestes, Schwierigkeiten "tr" auszusprechen, sie sagte also Kreppe statt Treppe, Gekränk statt Getränk..........
    Ansonsten schnitt sie bei allen Tests sehr gut ab, der Tester hat sich aber dennoch daran gestört (ich mein, wenn sie's ignorieren würden, wär es ja auch nicht richtig) - aber in dem halben Jahr bis zur Einschulung haben wir "tr" sporadisch geübt, nicht verbissen und verkrampft - das hat genutzt. Sicher wird auch dein Sohn in den verbleibenden Monaten noch einen 'Sprung' machen, was seinen Wortschatz angeht - red' einfach viel mit ihm.

    Er hat mit dem Kind KEINEN EINZIGEN Satz selber geredet,
    ?ich frag' mich aber doch, wie jetzt das angebliche Wortschatzdefizit deines Sohnes angeblich 'festgestellt' wurde....sowas könnte doch nur bei einem Gespräch diagnostiziert werden?
    ʘƪʘ

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  5. #5
    Quasselstrippe Avatar von User 010
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    @terry,

    das Kind war zuvor ca. 15 min. mit 2 alten Druseln in einem Klassenzimmer und sollte irgendwas zu einem Bild vom Zirkus erzählen.

    Sie haben mir hinterher lediglich erklärt, dass sie nicht sicher seien, ob er nicht einfach schüchtern sei. ABer sie wären nicht sicher, und daher würden wir jetzt mal zum Direktor gehen...das war alles, was man mir inhaltlich erklärt hat *aufreg*.

  6. #6
    hoffnungslose Optimistin Avatar von terrypratchett
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    Mal 'ne Frage nebenbei: Heißt dein Sohn Ole?
    ʘƪʘ

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  7. #7
    hoffnungslose Optimistin Avatar von terrypratchett
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    Zum Wortschatz: Ich weiß ja nicht, ob du's nicht längst machst oder auch schon immer gemacht hast - abends im Bett vorlesen ist sehr hilfreich, z.B. (je nach Interesse des Kinds) Bücher von Enid Blyton (ist für Kinder immer noch spannend, obwohl schon älter), TKKG, "Die Unendliche Geschichte"....... und das Kind zwischendurch auch Fragen stellen lassen.
    Aber mach dir keine allzu großen Sorgen, wenn die Kindergärtnerin zufrieden ist, wird er schon ok sein.
    Lehrer (und Direxe) sind nun mal auch nicht fehlerfrei. Zeige Interesse, Kooperation und geh' zu den Elternabenden und -Sprechtagen; wenn Lehrer glauben, Eltern hätten kein Interesse, stecken sie die Kinder leider auch oft in die Schublade "sozial benachteiligt". Da Lehrer Menschen und keine Roboter sind, muß man ihnen auch menschliche Schwächen zugestehen, die man nur im Gespräch bekämpfen kann, nicht mit Sturheit und Wut.
    ʘƪʘ

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  8. #8
    Quasselstrippe Avatar von User 010
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    Ich glaube, ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt: Mein Kind hat keinen verminderten Wortschatz! Bist Du auch Lehrerin?

    Das "Schubladendenken" der Lehrer ist leider genau das, was mich stört.

    Sozial benachteiligt ist sehr nett ausgedrückt. Der Direx nannte das "niederschichtige Probleme". Ob ich das will oder nicht, mein Kind ist bereits in einer Schublade die da heißt "Niederschichtig", in einer, die heißt: "Spracharmer Deutscher" und in einer die heißt: "vorsicht! Pädagogisch vorbelastete und cholerische, allein-erziehende Mutter".

    Und das, obwohl die Schule noch nicht mal wirklich angefangen hat.

    Da wird es mit dem Gespräch zwischen "Mensch" Lehrer und "Mensch" Mutter ziemlich schwer. Denn Schubladen wieder aufmachen ist keine Stärke von Lehrern. Das habe ich lange genug am eigenen Leib erfahren.
    Ich würde ihnen gerne auch menschliche Schwächen zugestehen, wenn sie nicht ständig so arrogant wären und sich und ihre Fähigkeiten maßlos überschätzten. Mit einem Lehrer von "Mensch zu Mensch" reden ist leider immer noch ein "von oben nach unten". Nicht mit allen - keine Frage - aber leider immer noch mit der Mehrzahl.
    Ich hoffe dass sich dies ändert, wenn mehr Eltern anfangen, kritisch zu hinterfragen und sich selber auf die Suche nach der "besten" Schule zu suchen. Ich gebe daher die Hoffnung nicht auf, dass die Abschaffung der Schulbezirke mehr Wettbewerb mit sich bringt. Dann steigt meist auch die Qualität weil Ru fund Konkurrenz öffentlich entsteht.
    Da läge bei mir schon eine Schule vorne, wo die Kernarbeitszeit der Lehrer bis 16Uhr geht - wie bei anderen "normalen" Menschen auch. Dann wäre für mich, als berufstätige Mutter, ein Lehrer ja vielleicht auch mal persönlich erreichbar...(mal ganz abgesehen was das für mein Kind für Vorteile brächte). Auch könnte der ein oder andere Lehrer vielleicht besser nachvollziehen was es heißt, Kind und Job unter einen Hut zu bringen und die Kinder noch zu gesunden, starken, selbstbewußten und anständigen Menschen zu erziehen.

    @ Terry: Ich glaube, wie mein Sohn heißt, gehört hier nicht hin. Ich erlaube mir hier die Freiheit, anonym zu bleiben. Daher bitte ich Dich, mir solche Fragen zukünftig per Mail zu stellen. Danke.

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